Der Putz kommt an die Wände

Nachdem der Außenputz dran war, konnte der Innenputz an die Wände. Denn durch den Außenputz konnte keine Feuchtigkeit mehr ins Mauerwerk eindringen. 

Lehm in die Hütte

Wie bereits in verschiedenen Artikeln erwähnt, haben wir das Haus so gut wie möglich mit natürlichen Materialien gebaut. Das haben wir auch im Innenraum weiter verfolgt. Dafür fiel die Wahl auf Lehmputz. 

Lehmputz hat viele Vorteile, die uns überzeugt haben. 

Feuchtigkeitsregulierend & Geruchsneutralisierend

Lehmputz ist diffusionsoffen. Dadurch ist dieser Putz sehr feuchtigkeitsregulierend. Das bedeutet, dass der Putz anfallende Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnimmt und zeitverzögert wieder abgibt. So ist die Raumfeuchte relativ konstant bei 50 %, was für den Menschen sehr angenehm ist. 
Außerdem nimmt Lehmputz Gerüche auf und neutralisiert sie. Er zieht Schmutz-, Staub- und auch Geruchspartikel an und filtert sie. So bleibt die Raumluft immer angenehm. Lehmputz scheint sogar die fetthaltige Küchenluft neutralisieren zu können. 

Ein Naturprodukt

Wir haben einen Putzer gefunden, der Lehmputz wie früher verarbeitet: eine Schippe Lehm, eine Schippe Sand und ein Schluck Wasser: sonst nichts. Der Lehm kommt aus der Region. Nachhaltiger geht es kaum.
Zur Stabilität z. B. in den Türlaibungen wurde zusätzlich Stroh aufgebracht.  
Der frische Putz roch durch die vielen natürlichen Materialien etwas nach Stall. Das war anfangs etwas verwirrend, ließ aber schnell nach. 

Wasserlöslich

Allerdings ist Lehmputz wasserlöslich und somit nicht für den Spritzwasserbereich in Küche und Bad geeignet. Deswegen haben wir uns im Bad für einen reinen Kalkputz entschieden. Dieser wird im Duschbereich und hinter den Waschbecken besonders behandelt, damit er wasserabweisend ist. 

Im trockenen Zustand ist Lehmputz hellbraun und irgendwie schön. Wir haben kurz überlegt, ihn nicht mehr zu streichen. Allerdings ist es uns für alle Wände dann doch zu dunkel. 

Von oben bis nach unten

Neben den raumklimatischen Eigenschaften war es mir auch wichtig, mögliche Staubkanten und -ecken zu minimieren. Eine typische Kante an der Wand bildet die Sockelleiste. Um gut putzen zu können, wollte ich nicht gänzlich auf eine Scheuerleiste verzichten, aber ich wollte sie nicht mehr auf dem Putz und somit vorstehend haben. 

Flächenbündig ist das Zauberwort

Diese Staubkante habe ich weg bekommen, indem die Sockelleiste flächenbündig zum Putz installiert wird. Dafür wird der Putz oberhalb der Sockelleiste abgestellt. In dem dann entstandenen Leerraum kann dann die Fußbodenleiste verschwinden. 

Für diese Schnittstelle zwischen Estrich, Bodenleger und Putzer gibt es fertige Profile. Diese können vor oder nach dem Estrich an die Wand geschraubt werden, nehmen die spätere Sockelleiste auf und haben oben eine Putzkante. Allerdings muss ich zugeben, dass diese Variante sicher sehr schön gewesen wäre, aber einfach zu teuer. 
Die günstigere Variante ist eine Putzabschlussschiene. Diese haben die Putzer einen Zentimeter über der späteren Sockelleiste angebracht. Das hat einen einfachen Grund: so können wir kleine Unebenheiten im Estrich beim Bodenlegen später einfacher ausgleichen. 

Da im Bereich der Sockelleiste kein Putz an der Außenwand sein wird, haben wir diesen mit Dichtschlämme angestrichen und somit die Luftdichtigkeit an der Außenwand hergestellt. 

Ich bin mit der Arbeit der Putzer sehr zufrieden. Die Wände sind super glatt und sauber gearbeitet. Leider ist es sehr schwer, die gute Arbeit und das wunderschöne Ergebnis fotografisch einzufangen.
Wie das Endergebnis zusammen mit der Sockelleiste aussieht, zeige ich dir, wenn der Bodenleger durch ist. 

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